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Presseberichte

Weihnachtskonzert 2016

Kammerchor musikalischer Edelstein für Haselünne
Der Kammerchor Capella Cantorum Haselünne und das niederländische Orchester Veenkoloniaal Symfonie Orkest brillieren beim Weihnachtskonzert in der Haselünner Pfarrkirche St. Vincentius.

Haselünne. Der Kammerchor Capella Cantorum Haselünne hat in seinem Weihnachtskonzert in der Haselünner Pfarrkirche St. Vincentius eine ganz außergewöhnlich gute Darbietung gezeigt, und zwar sowohl was die Programmgestaltung als auch die künstlerische Leistung betrifft.

Das Hauptwerk des Konzertes war laut einer Pressemitteilung die „Böhmische Hirtenmesse“ (Missa Pastoralis Bohemica) des tschechischen Komponisten Jakub Jan Ryba (1765 - 1815). Der Zeitgenosse und Bewunderer Mozarts stellt mit böhmischen Volksklängen als musikalischem Material den Zug der Hirten nach Bethlehem in der Heiligen Nacht dar und lässt dabei tonmalerische Elemente ländlichen Lebens - Imitationen von Volksmusikinstrumenten, Vogelgesang und Haustierstimmen - einfließen.
Festlich eingeleitet wird das Weihnachtskonzert mit Improvisationen über den Cantus „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, vom Organisten Wolfgang Zschocke ausdrucksvoll zelebriert. Eine weitere Rarität stellt das „Magnificat“ des brasilianischen Komponisten José Joaquim Emerico Lobo de Mesquita (1746 - 1805) dar. Ein wahrer Glücksfall ist das als Musik zwischen den Vokalwerken gedachte Klarinettenkonzert B-dur von Johann Stamitz (1715 - 1755), ebenfalls einem Böhmen, der die Mannheimer Schule begründete, die wiederum als Wegbereiter der Hochklassik musikhistorisch bedeutsam geworden ist.
Das nur zwölf Minuten dauernde „Magnificat“ von Mesquita ist eine recht schlichte Komposition, in dem sich Chor und Solostimmen, zumeist im Duett, abwechseln, vom aus Streichern, zwei Klarinetten und zwei Hörnern bestehenden Orchester begleitet. Die Tempi der einzelnen Teile sind ruhig - Varianten im Bereich „Andante“. Da zudem eine Taktart, der Dreivierteltakt, vorherrscht, wirkt das Werk ein wenig statisch; im lebhaften „Sicut erat in Principio“ hat sich dieser Eindruck erst am Ende aufgelöst.Vorbildlich sind dynamische Abstufungen von Chor und Orchester herausgearbeitet worden; durch Differenzierung der Tempi hätte das Werk an Ausstrahlung gewonnen.

Ein Höhepunkt des Konzertes ist die Interpretation des B-dur-Konzertes durch die exzellente junge Klarinettistin Rolinka Niers. Beruflich ist sie als erste Klarinettistin in der Königlich Niederländischen Militärkapelle tätig; ihre Liebe zur symphonischen Musik stillt sie als Solo-Klarinettistin des „Veenkoloniaal Symfonie Orkest“ Veendam, ist außerdem in mehreren Kammermusik-Ensembles tätig.Ihr Solokonzert trägt sie mit vollkommener Hingabe vor, versunken in ihre Musik, besticht sie sowohl in melismatischen als auch in virtuosen Passagen mit vollendeter Tongebung.

Anders als im „Magnificat“ ist die über 50 Minuten dauernde „Böhmische Hirtenmesse“ gespickt mit Tempo-und Lautstärkewechseln, überrascht mit variantenreicher Besetzung der Vokalabschnitte und variablem Einsatz orchestraler Klangfarben des mit Streichern, Querflöte, zwei Klarinetten, Trompete, zwei Hörnern, Pauken und Orgel opulent besetzten Orchesters.
Chorleiterin Ines Krause führt den großen Klangkörper mit gutem Gespür für das jeweils angemessene Tempo, wobei sie auch den Hall des großen Kirchenraumes mitberücksichtigt. Durch präzisen Schlag, ohne übertriebene Armbewegungen und bei ruhiger Körperhaltung strahlt sie auf ihre Musiker Sicherheit und Selbstvertrauen aus, kann sich aber auch auf den äußerst konzentriert singenden 27-köpfigen Chor aufgrund der gründlichen Probenarbeit verlassen. Dieser aus sorgfältig ausgesuchten und stimmbildnerisch geschulten Sängern bestehende Chor, der auch intensive Nachwuchsarbeit betreibt, zeichnet sich durch absolute Intonationsreinheit, sorgfältige Artikulation - besonders wichtig in den homofonen Chorsätzen - Klangschönheit und Stimmkraft aus und gehört zu den Spitzenchören des Emslandes. Die Stadt Haselünne kann stolz sein auf diesen musikalischen Edelstein.
Das Begleitorchester hat der Dirigentin die Arbeit sehr erleichtert. Die 20 Musiker des niederländischen „Veenkoloniaal Symfonie Orkest“ sind infolge der professionellen Arbeit in diesem nichtprofessionellen Orchester absolut souverän mit der bei Capella Cantorum erwarteten Aufgabe umgegangen. Das „VKSO“ ist mehrfach bei der Harener Klassiknacht aufgetreten und ist auch am 17. Juni 2017 wieder unter der Mersmühle in Haren zu hören.
Bei den Gesangssolisten kann die CCH immer wieder auf ehemalige Chormitglieder zurückgreifen, zumindest bei den Sopran-und Altstimmen. Auch in diesem Konzert bezaubert Christina Hilbers mit ihrer engelsgleichen Sopranstimme; Theresa Hellweg überrascht nachhaltig mit dem Wohlklang ihrer kraftvoll-warmen Altstimme. Tenor Daniel Lösker ist Mitglied der CCH, hat seine musikalische Ausbildung beim weltberühmten Dresdner Kreuzchor erhalten und erweist sich in der Messe von Ryba als der optimale Sänger. Bassist Stefan Drees, der mehrfach in Konzerten der CCH als Solist gesungen hat, zeichnet sich durch einen wahrhaft „schwarzen“ Bass aus, der in allen Tonlagen durch gleich bleibenden Stimmklang besticht.

Am Ende des Konzertes ist das Publikum in begeisterten Beifall ausgebrochen und mit der Gewissheit nach Hause gegangen, dass in Haselünne durch Capella Cantorum hochkarätige Konzerte geboten werden - zu einem sehr moderaten Eintrittspreis.

( Meppener Tagespost, 23.12.2016)

Mozart Messe

Hohes Niveau Capella Cantorum Haselünne begeistert Haselünne

Auf hohem musikalischen Niveau hat der gemischte Chor „Capella Cantorum Haselünne“ Leopold Mozarts Messe in C-Dur, KV.115 aufgeführt. Beim gut besuchten Konzert in der Haselünner St.-Vincentius-Kirche zeigten die Sängerinnen und Sänger wieder einmal ihr fast schon professionelles Können unter der sicheren Leitung von Ines Krause. Obwohl der Chor durch einige krankheits- und berufsbedingten Ausfälle nicht in voller Besetzung antreten konnte, breitete sich in der Kirche schnell ein ausgewogener, harmonischer Klangteppich aus. In seiner Einleitung ging Roland Reeh auf die Besonderheiten der Aufführung ein und streifte dabei auch die nicht vollständig geklärte Urheberschaft des Werkes, denn Wolfgang Amadeus Mozart, dem das Werk von einigen Musikhistorikern zugeschrieben wird, komponierte seine Messe in C-Dur im Jahr 1773, also im Alter von 17 Jahren. Auffällig ist, dass viele musikalische Themen seiner Messe dieselben sind, die sein Vater, Leopold Mozart, in dessen Missa Brevis in C-Dur verwendet hat. Diese Messe von Leopold, die also höchstwahrscheinlich irrtümlich Wolfgang Amadeus zugeschrieben worden ist, bildete den Hauptteil des Konzertes in der Haselünner Kirche. Dem Chor Capella Cantorum gelang die Umsetzung des feierlichen Charakters des Werkes in hervorragender Weise. Eingeleitet durch Georg Friedrich Händels „Halleluja“ aus „Der Messias“, gespielt von Emanuel Novac, dem Organisten der Haselünner St.-Vincentius-Kirche auf der großen Kirchenorgel, folgte das „Ave Maria“, als Kanon zu vier Stimmen, von Wolfgang Amadeus Mozart. Danach Bachs „Wohl mir, dass ich Jesum habe“, mit den sicheren Solistinnen Leonie Brümmer und Nina Trinh, von Emanuel Novac auf der kleinen Altarorgel begleitet. Novac vertrat in hervorragender Manier an diesem Abend den verhinderten Chororganisten. Lob für Tenor Großes Lob gebührt auch dem Tenor Daniel Lösker, der seine musikalische Ausbildung im weltberühmten Dresdner Kreuzchor erhalten hat, und souverän mit lyrischem Timbre die gregorianischen Soloparts und das „Oh süßer, oh freundlicher Herr Jesu Christe“ von Heinrich Schütz meisterte. Die einstimmigen gregorianischen Einleitungen zu den danach mehrstimmig erstrahlenden Chorgesängen wurden von allen männlichen Stimmen des Chores, unter der Leitung von Lösker, vorgetragen. Anrührend und wunderschön erklang auch Wolfgang Amadeus Mozarts „Ave verum corpus“. Die Darbietungen an diesem Abend bestachen durch eine feierliche Atmosphäre, aber auch durch schöne Leichtigkeit. Voller Klang, perfekte Ausgewogenheit der weiblichen und männlichen Stimmen, eindringliche lyrische Parts -und die dezente Orgelbegleitung bildeten den Rahmen des gesamten Konzertes, und so strahlte Leopold Mozarts Messe in der Haselünner Kirche – neben aller sakraler Feierlichkeit – eine durchaus positive Lebendigkeit aus.
Copyright 23.07.2015 Neue Osnabrücker Zeitung

Mittwoch, 28. Mai 2014 - 16:12 Uhr
Klassiknacht Haren Mai 2014

Am letzten Wochenende haben wir als Teil des Projektchores an der Klassiknacht in Haren teilgenommen.
Am Donnerstag, den 5.6.2014 wurde das Programm in Odoorn/ Niederlande im Rahmen des Musikfestivals "Music in the Woods" noch einmal aufgeführt.

Das Foto ist aus der MT vom 22.6.2014 ( G. Mecklenburg)

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Letzte Konzerte/ Pressebrichte

„Persönlichkeiten waren immer wichtig“
(Quelle: maat/Meppener Tagespost 01. Oktober 2011 00:00 Uhr)

Haselünne. Roland Reeh tritt nach 35 Jahren sein Amt als Leiter des Chors Capella Cantorum Haselünne ab. Zum Abschied dirigierte er das zu seinen Ehren veranstaltete Konzert der Capella Cantorum in der Pfarrkirche St. Vincentius in Haselünne.
Bereits 2007 löste Ines Krause Reeh als Chorleitung ab, jedoch war ein großer Wunsch des ehemaligen Chorleiters, das Abschiedskonzert zu dirigieren. Vor Beginn der Musikveranstaltung lobte Chormitglied Christina Mimjähner die Leistungen und das Engagement des gebürtigen Lübeckers. Reeh werde seit Jahren mit Musik auf hohem Niveau in Verbindung gebracht. Als Musiklehrer am Gymnasium St. Ursula in Haselünne gründete er 1976 einen Schulchor, bei dem er 22 Jahre die Leitung übernahm. „Es ging Roland Reeh niemals nur um die Musik. Die Persönlichkeiten der Chormitglieder waren ihm immer sehr wichtig“, betonte Mimjähner.
So konnten durch das aktive und ausdauernde Engagement des Capella-Cantorum-Gründers viele Talente entdeckt und gefördert werden.
Zur offiziellen Verabschiedung stand die Veranstaltung unter dem Leitspruch „Geistliches Chorkonzert“, in der eine Kombination aus Orgel und Chor das Publikum begeisterte. Die Auswahl der zum größten Teil sehr anspruchsvollen Werke hatte Reeh selbst getroffen. Zu den Höhepunkten gehörten Johannes Brahms „Warum ist das Licht gegeben dem Müheseligen“, das „Kyrie“ aus der „Missa Brevis“ von Dietrich Buxtehude sowie „O quam gloriosum“ von William Byrd. Bei Franz Liszt „Pater noster“ trat Reeh in Aktion und bewies sein Gesangstalent im Männer-Quartett. „Das Konzert ist sehr gut gelungen und schien eine beruhigende Wirkung auf das Publikum zu haben“, freute sich der Dirigent über den Verlauf der Veranstaltung. Am Ende des Konzertes überreichte jedes Chormitglied Reeh eine Rose. Es war bislang Tradition, dass er jedem eine Rose schenkte, der den Chor verließ.

Gelungenes musikalisches Experiment
(Quelle: gm/Meppener Tagespost 22. Dezember 2010 17:20 Uhr )

Haselünne. Strahlend haben Konzertleiterin Ines Krause und die Sänger und Instrumentalisten der Capella Cantorum Haselünne ihren verdienten Applaus in der Haselünner St.-Vincentius-Kirche entgegengenommen. Gerade war das majestätische und mehrstimmige Amen des Magnificats der „Marienvesper“ von Claudio Monteverdi verklungen.
„Von unserer Capella Cantorum ist am heutigen Nachmittag keine Weihnachtsmusik, die in Watte gepackt ist, zu erwarten“, hieß es in der Einleitung zum Konzert.
Zu der Entstehung und Erstaufführung dieses Monteverdi Werkes gibt es keine gesicherten Angaben. Die Marienvesper könnte in den Jahren vor 1610 entstanden sein. Eine Aufführung zu Lebzeiten ist nicht belegt. Eventuell wurden einzelne Teile 1608 bei Festlichkeiten im Rahmen einer fürstlichen Hochzeit in Mantua aufgeführt.
Die Marienvesper vorzutragen gehört zu jenen Zielen eines Chorleiters, dessen Ensemble eine Qualität erreicht hat, die den hohen Anforderungen an dieses Werk gerecht wird. So wurde den andächtig lauschenden Zuhörern in Haselünne alles geboten, was man sich für die Darstellung dieser Komposition an der Nahtstelle zwischen Renaissance und Barock wünschen konnte.
Einerseits transportierten die Musiker die notwendige Leichtigkeit und Transparenz, andererseits aber auch die würdevolle Feierlichkeit, die buchstäblich unter die Haut ging. Zu bewundern war dabei die hohe Präzision, mit der der Chor über die gesamte Dauer dem Dirigat von Ines Krause folgte.
Ein besonders Lob gebührt den Solisten Elke Ahilen, Daniel Lösker und Michael Sibbing, die eine klangliche Einheit bildeten und mit technischer Souveränität bei den anspruchsvollen Gesangssoli überzeugten.
Die Marienvesper steht beispielhaft für den Übergang zu einem ausdrucksvollen Musizieren in der Wende zum 17. Jahrhundert, wo die ersten Schritte eines Prozesses eingeleitet wurden, an dessen Ende die Ablösung der Kirchenmusik durch die weltliche Musik und schließlich die Ablösung der Vokalmusik durch die Instrumentalmusik stand.
Es war also kein typisches Weihnachtskonzert, das da den Zuhörern in der Haselünner St.-Vincentius-Kirche geboten wurde, dafür aber ein musikalisch anspruchsvoller Leckerbissen, der gut in die Weihnachtszeit passte.
Passend war auch die ideale Akustik für eine solche Musik im Eigenhall des großen Kirchenraumes. Da klang beispielsweise das Solo Cello wie eine für diese Zeit typische Viola da gamba. Ausgewogen und harmonisch zeigte sich daneben der Gesamtklang des Orchesters, das die Gesangstimmen perfekt untermalte.
Somit überzeugten die Darbietungen der Capella Cantorum. Das Experiment, zu Weihnachten einmal andere, ungewohnte Töne anzustimmen, war gelungen.